Koi in Hamburg: Wo man sie in der Stadt findet und was ein eigener Teich wirklich braucht

Mitten zwischen Messehallen und Fernsehturm liegt einer der ruhigsten Orte der Stadt. Der Japanische Garten in Planten un Blomen wurde nach einem Konzept des japanischen Landschaftsarchitekten Yoshikuni Araki angelegt und gilt nach Angaben des Parks als der größte seiner Art in Europa. In seiner Mitte liegt ein See, an dessen Ufer ein original japanisches Teehaus steht, und im Wasser davor ziehen Koi ihre Bahnen. Der Eintritt kostet nichts, und früh am Morgen hat man die Terrasse am Teehaus oft fast für sich allein.

Viele Besucher stehen danach zum ersten Mal vor der Frage, ob so etwas auch im eigenen Garten funktioniert. Wer sie ernsthaft stellt, kommt schnell zur Herkunft der Tiere, denn bei Lebendtieren hängt daran deutlich mehr als bei der übrigen Teichausstattung. Bezieht man Koi aus eigener Zucht, wie sie etwa Teichfische-Online als Versand der Fischzucht Hagedorn anbietet, sind Alter, Elterntiere und Haltungsbedingungen bekannt, und das erspart einem später einen guten Teil der typischen Probleme mit zugekauften Fischen.

Warum ein Koi kein gewöhnlicher Teichfisch ist

Koi sind Zuchtformen des Karpfens, in Japan über Jahrhunderte auf Farbe und Zeichnung selektiert. Die bekannten Varietäten tragen eigene Namen: Kohaku ist weiß mit roter Zeichnung, beim Sanke kommt Schwarz dazu, der Showa ist überwiegend schwarz mit Rot und Weiß. Zwei Eigenschaften unterscheiden sie deutlich von Goldfisch und Goldorfe. Erstens werden sie groß, ausgewachsene Tiere erreichen ohne Weiteres 60 bis 80 Zentimeter. Zweitens werden sie alt, mehrere Jahrzehnte sind bei guter Haltung normal. Ein Koiteich ist damit keine Saisonentscheidung, sondern eine für die nächsten zwanzig Jahre.

Was der Teich leisten muss

Aus der Größe der Tiere folgt fast alles andere. Als Faustregel gilt in der Koihaltung ein Volumen von rund 1.000 Litern je ausgewachsenem Fisch und eine Tiefe von mindestens 1,5 Metern, damit die Fische im Winter eine frostfreie Zone haben. Ein hübsch angelegter Gartenteich mit 3.000 Litern reicht für Goldfische, für Koi ist er schlicht zu klein. Dazu kommt die Filterung: Koi fressen viel und belasten das Wasser entsprechend stark, ein Teich ohne ausreichend dimensionierten Filter und ohne Belüftung kippt im Sommer schnell. Wer nicht ohnehin gerade den Garten umgestaltet, sollte deshalb ehrlich rechnen, bevor die ersten Fische einziehen.

Das norddeutsche Wetter ist eher ein Vorteil

Für die Haltung im Norden spricht das Klima. Koi vertragen kühles Wasser gut, unterhalb von etwa zehn Grad fahren sie ihren Stoffwechsel herunter, stellen die Nahrungsaufnahme weitgehend ein und stehen ruhig in der tiefsten Zone. Wichtig ist dann nicht Wärme, sondern Gasaustausch: Eine Stelle in der Eisdecke muss offen bleiben, sonst reichern sich Faulgase unter dem Eis an. Ein Eisfreihalter oder ein Sprudler an einer flachen Stelle genügt dafür. Was man dagegen nicht tun sollte, ist die Eisdecke aufzuschlagen, weil die Druckwelle die Fische erheblich stresst.

Der Punkt, an dem die meisten Teiche kippen

Die häufigste Ursache für ernsthafte Probleme ist nicht die Technik, sondern der Zukauf. Mit einem neuen Fisch kommen Krankheiten in einen bis dahin gesunden Bestand, und das Koi-Herpesvirus ist dabei die gefürchtetste, weil es innerhalb weniger Tage einen ganzen Besatz auslöschen kann. Zwei Gewohnheiten senken das Risiko deutlich. Erstens kommen Neuzugänge für einige Wochen in ein separates Quarantänebecken, bevor sie in den Hauptteich dürfen. Zweitens werden Fische nur dort gekauft, wo die Herkunft klar ist und die Tiere vor dem Versand kontrolliert werden. Beides klingt aufwendig, ist aber deutlich billiger als ein leerer Teich im Folgejahr.

Wo man Koi in Hamburg sonst noch sieht

Wer sich vor dem eigenen Projekt erst einmal umsehen möchte, ist im Japanischen Garten am besten aufgehoben, weil die Fische dort in einem großen Becken stehen und man ihre tatsächliche Größe realistisch einschätzen kann. Ergänzend lohnen die Teichabteilungen der großen Gartencenter im Umland sowie die Teichbörsen und Koiauktionen norddeutscher Vereine, bei denen Halter ihre Tiere zeigen. Dort lernt man in einer halben Stunde meist mehr über Filtertechnik als in jedem Forum.

Ein Koiteich ist mehr Projekt als Dekoration. Wer die Voraussetzungen kennt, Volumen und Tiefe nicht schönrechnet und beim Besatz Geduld mitbringt, bekommt dafür etwas, das in der Stadt selten geworden ist: einen Ort im eigenen Garten, an dem man abends einfach sitzt und zusieht. Warum das seit Jahrhunderten funktioniert, zeigt der Japanische Garten in Planten un Blomen an einem einzigen Nachmittag.