Gaming in Hamburg – Förderung, Markttrends und kreative Projekte
Hamburg ist nicht nur für seinen Hafen und seine kulturelle Vielfalt bekannt, sondern hat sich in den vergangenen Jahren auch als wichtiger Standort der deutschen Games-Branche etabliert. 2025 erlebt die Szene gleich mehrere positive Impulse: Der bundesweite Gaming-Markt legt nach einer Delle im Vorjahr wieder zu, neue Hardware sorgt für steigende Umsätze, und mit gezielten Programmen wie dem Games Lift Inkubator unterstützt die Stadt innovative Spieleprojekte lokaler Studios. Diese Kombination aus wirtschaftlichem Rückenwind und kreativer Förderung zeigt, wie Hamburg seine Position als Games-Metropole ausbaut.
Aufschwung im deutschen Games-Markt
Nach einem Umsatzrückgang von sechs Prozent im Jahr 2024 verzeichnete der deutsche Games-Markt im ersten Halbjahr 2025 wieder ein Plus. Laut Branchenverband game stiegen die Umsätze mit Computer- und Videospielen, Hardware und Online-Gaming-Diensten um vier Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro. Den größten Zuwachs erzielte der Hardwarebereich mit einem Anstieg von 17 Prozent auf etwa 1,2 Milliarden Euro. Dieser Anstieg wird vor allem auf den Verkaufsstart der Nintendo Switch 2 zurückgeführt, die wenige Tage nach Veröffentlichung weltweit bereits mehr als 3,5 Millionen Mal verkauft wurde.
Der Umsatz mit Computer- und Videospielen ging hingegen leicht um zwei Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zurück, was auf eine geringere Zahl großer Neuveröffentlichungen in diesem Zeitraum zurückgeführt wird. Online-Gaming-Dienste, darunter Cloud-Funktionen und Abonnements, legten um vier Prozent auf rund 0,6 Milliarden Euro zu.
Zum Gesamtmarkt gehört auch der Bereich iGaming, also Online-Glücksspiele wie virtuelle Automatenspiele oder Online-Poker. In Deutschland agieren Betreiber seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 nur mit behördlicher Lizenz, doch Plattformen, die keine deutsche Casino Lizenz haben, können über ausländische Betreiber weiterhin von deutschen Spielern aufgerufen werden. Dieser Teilmarkt wird in entsprechenden Branchen- und Marktstatistiken separat erfasst, fließt jedoch wie klassische Games in die Gesamtbetrachtung der wirtschaftlichen Entwicklung ein
Für Hamburg bedeutet dieser bundesweite Aufwärtstrend, dass sich das Marktumfeld für Entwicklerinnen und Entwickler verbessert, was sich auch in steigenden Bewerberzahlen für lokale Förderprogramme niederschlägt
Gamecity Hamburg und der Games Lift Inkubator
Die städtische Initiative Gamecity Hamburg, getragen von der Hamburg Kreativ Gesellschaft, ist ein zentraler Akteur bei der Förderung der lokalen Spielebranche. Mit der Prototypenförderung können Studios Zuschüsse von bis zu 80.000 Euro erhalten, um frühe Entwicklungsphasen ihrer Spiele zu finanzieren. Im Jahr 2025 wurden dafür insgesamt 400.000 Euro bereitgestellt, die auf sechs Projekte verteilt werden. Ergänzend dazu bietet der Games Lift Inkubator ein intensives Unterstützungsprogramm, das jährlich bis zu fünf Teams umfasst.
Diese erhalten 15.000 Euro Anschubfinanzierung, ein Coaching-Budget, Zugang zu Mentoring durch Branchenexpertinnen und -experten, Co-Working-Plätze in der HafenCity sowie Möglichkeiten zum Playtesting. Ziel ist es, junge Studios nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern ihnen auch das nötige Wissen und Kontakte zu vermitteln, um langfristig erfolgreich am Markt bestehen zu können.
Bewerbungsrekord und geförderte Projekte 2025
Die Bewerbungsphase für den Games Lift Inkubator 2025 lief vom 2. Mai bis 10. Juni. Mit 43 eingegangenen Bewerbungen verdoppelte sich das Interesse im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Ausgewählt wurden fünf Projekte, die in ihrer thematischen Ausrichtung ein breites kreatives Spektrum abdecken.
„Fading Skies“ von Distant Blue ist ein Adventure, das stilistisch an Spiele der PlayStation-2- und GameCube-Ära erinnert. „The Wrong Horse“ ist ein Murder-Mystery-Abenteuer auf einer Pferderennbahn. „Project: Slimepot“ kombiniert Elemente von Dungeon-Erkundung, Kochen und Monsterjagd. „Encaged and Ungraded“ verknüpft Horror-Elemente mit einem Büro-Setting, während „Phasmopass“ eine Volleyball-Reality-Show mit Geisterjagd-Mechaniken verbindet.
Das Inkubatorprogramm startet im September 2025, läuft in seiner ersten Phase bis Dezember und geht anschließend in eine zweite Coaching-Phase bis August 2026 über. Die Abschlusspräsentationen der Projekte, das sogenannte „Graduation-Event“, sind öffentlich und sollen die Sichtbarkeit der Teams in der Branche erhöhen.
Hamburgs Bedeutung im nationalen Kontext
Mit diesen Fördermaßnahmen und der wachsenden Zahl lokaler Studios stärkt Hamburg seinen Status als einer der führenden deutschen Games-Standorte. Die steigende Zahl an Bewerbungen für Förderprogramme zeigt, dass die Stadt zunehmend auch für Entwicklerinnen und Entwickler außerhalb der Region attraktiv ist. Gleichzeitig profitieren Hamburger Teams von den positiven bundesweiten Marktentwicklungen, insbesondere vom steigenden Interesse an neuer Hardware und dem langfristigen Trend hin zu Online-Gaming-Diensten.
Während Blockbuster-Veröffentlichungen im zweiten Halbjahr 2025 voraussichtlich zusätzliche Umsatzimpulse bringen, bietet Hamburg mit seinem Netzwerk aus Institutionen, Events und kreativen Talenten ein stabiles Fundament für die Weiterentwicklung der lokalen Szene. Damit wird die Hansestadt nicht nur als Wirtschafts- und Kulturzentrum, sondern auch als Kreativstandort für die Games-Branche national und international sichtbarer.
Quellen:
https://www.zdfheute.de/wirtschaft/gaming-kauf-aufschwung-umsatz-100.html
https://www.game.de/deutscher-games-markt-waechst-im-ersten-halbjahr-2025/
https://www.heise.de/news/Videospiele-Umsatz-im-ersten-Halbjahr-wieder-gewachsen-10526858.html
https://gamerrepublic.de/2025/05/21/hamburg-sechs-projekte-erhalten-prototypenforderung-2025/
https://gamecity-hamburg.de/de/foerderung/
https://www.nintendo.co.jp/corporate/release/en/2025/250801.html


