Das Stadtbild von Hamburg bietet moderne Elemente der Gamification

Spielerische Formate werden immer beliebter und verbreiten sich vermehrt im digitalen Bereich. Auch in Hamburg finden sich solche Modelle wieder, wenn es darum geht, die Einwohner zur aktiven Teilnahme am Klimaschutz und weiteren wichtigen Projekten zu bewegen. 

Was ist „Gamification“ eigentlich? Unter Gamification versteht man die Nutzung von Mechaniken aus Spielen in Bereichen, die nicht direkt etwas mit dem Gaming zu tun haben. Überall auf der Welt wird dieser Ansatz von zahlreichen Städten umgesetzt und es können Erfolge verzeichnet werden. Es geht vor allem um die Bereiche Verkehr, Energie und die Beteiligung der Einwohner. Durch spielerische Elemente wie Ranglisten und das Sammeln von Punkten werden die Bürger dabei zur Teilnahme motiviert.

Wirft man einen Blick auf die Hansestadt Hamburg, so bietet sich hier die perfekte Grundlage für eine Umsetzung. Das Statistikamt Nord veröffentlichte im letzten Jahr offizielle Daten. Aus diesen geht hervor, dass die sogenannte „Kreativwirtschaft“ in Hamburg sehr stark vertreten ist. Insgesamt arbeiteten im Jahr 2024 in Hamburg um die 99.590 Menschen in diesem Bereich. Zu den Kategorien zählen Branchen wie die Softwareentwicklung, Design und Medienhäuser. Laut der Hamburg Kreativ Gesellschaft gestaltet sich hier einer der wichtigsten Motoren für das Wachstum der digitalen Innovation in der Stadt. In Hamburg lag die Gesamtzahl der Berufstätigen im Jahr 2023 bei 1,35 Millionen Menschen. Im Vergleich zum Jahr 2022 lässt sich hier ein Zuwachs von 2 % erkennen.

Das Stadtradeln und die digitale Motivation: Punkte sammeln für das Klima

Mit der Kampagne „STADTRADELN“ liefert die Stadt Hamburg ein perfektes Beispiel dafür, wie Gamification funktionieren kann. Die einzelnen teilnehmenden Mannschaften halten die Kilometer, welche sie mit dem Rad zurückgelegt haben, digital fest und messen sich in Ranglisten miteinander. Je mehr Kilometer geradelt wurden, desto mehr Punkte erhält man. Die Teilnehmer sammeln auf diese Weise verschiedene Belohnungen für das Einsparen von CO₂.

Im Jahr 2024 legten die Hamburger Teilnehmer insgesamt mehr als 3 Millionen Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Das ist ein neuer Rekord und zeigt, wie gut Gamification zum Mitmachen bewegen kann, denn 17.113 Bürger nahmen an der Kampagne teil. Im Deutschlandvergleich belegt Hamburg damit einen der Spitzenplätze.

Das Prinzip ist sehr einfach und trotzdem motivierend. Wer viel mit dem Fahrrad unterwegs ist, sammelt Punkte für die Stadt. In Statistiken und Ranglisten ist jederzeit einsehbar, wie sich eine Mannschaft positioniert und welchen positiven Effekt das Radeln auf die Umwelt nimmt. Laut einer Studie der Leibniz Universität Hannover aus dem Jahr 2024 lässt sich durch den Einsatz von Gamification das Umweltbewusstsein der Bürger im Straßenverkehr erhöhen. Die Teilnehmer legten durchschnittlich 12 % mehr Wege mit dem Rad zurück, wenn ihnen ein Anreiz dazu gegeben wurde. 

Ähnliche Belohnungssysteme werden auch in weiteren Bereichen eingesetzt. Die Online Glücksspielbranche dient hier als Paradebeispiel, denn hier wurde das Prinzip der Gamification mit erfunden. Nutzer verschaffen sich auf unabhängigen Informationsportalen eine Übersicht dazu, was die besten Online Casinos in Deutschland ihnen in diesem Bereich bieten. Diese Portale arbeiten mit Bonuspunkten und Bonusangeboten, Ranglisten und unterschiedlichen Mechaniken, um die Nutzer auf Dauer zu motivieren. Bei der Umsetzung von Gamification in der Stadt geht es jedoch um sehr viel bedeutendere Ziele wie den Klimaschutz

Die Kreativwirtschaft fördert spielerische Formate

Die florierende Kreativbranche und die Software-Industrie Hamburgs sorgt dafür, dass die Stadt so gut abschneidet, wenn es um das Thema Gamification im Stadtbild geht. Laut offiziellen Angaben der Hamburg Kreativ Gesellschaft zählt die Hamburger Branche zu einer der größten in ganz Deutschland. Im Bereich der Software- und Spieleentwicklung entstehen zahlreiche neue Projekte, welche Design, Bildung und Technologie miteinander vereinen:

  • Playful Minds: Das Start-up arbeitet an mobilen Applikationen, welche Nachhaltigkeit in Firmen fördern sollen.
  • NeuCity Interactive: Hier werden Tools für die Stadtplanung gestaltet. Einwohner können Simulationen testen und erhalten Punkte für die Teilnahme.
  • HAW Hamburg: Dieses Projekt integriert Gamification in Studiengänge zu Medieninformatik und Interaktiver Kommunikation.

Laut offiziellen Angaben aus dem aktuellen PwC Global Entertainment & Media Outlook nutzen mittlerweile circa 46 % der Unternehmen in Deutschland Gamification-Elemente ein. So zum Beispiel für die Schulung und die Motivation der Angestellten. Deutschland liegt somit klar über dem EU-Durchschnitt von circa 39 %.

Smart City Games und die Bürgerbeteiligung

Gamification ist schon seit langem im öffentlichen Sektor der Stadt angekommen. Mit Projekten wie „Smart Participation Hamburg“ oder dem durch die EU-geförderten „Smart City Games“-Programm wird getestet, wie Bürgerbeteiligung auf eine spielerische Weise digital funktionieren kann.

Der Forschungsverband Econstor hat im vergangenen Jahr (2024) eine Studie zum Thema Bürgerbeteiligung durchgeführt. Aus dieser geht hervor, dass Städte, welche den Bürgern digitale Optionen mit Gamification-Elementen bieten, höhere Teilnahmequoten von bis zu 25 % für sich verzeichnen können. Mehrere solcher Pilotprojekte finden derzeit in Hamburg statt. Die Bürger erhalten Punkte für Vorschläge, Umfragen und die Beteiligung an Klimaschutzaktionen.

Hamburg als Vorbild für Gamification in der Stadt

Die Stadt Hamburg hat das Potenzial der Integration von Gamification-Elementen früh erkannt, umgesetzt und strategisch genutzt. Die Einsatzbereiche gestalten sich von Klimaschutzaktionen bis hin zur Nutzung auf Bildungsplattformen sehr umfangreich. Durch die Teilnahme an dem „Smart City Games“-Projekt der EU gilt die Hansestadt inzwischen als Modellregion. Sie vereint Bürgerbeteiligung, Kreativität und moderne Technologie miteinander.

Laut einer Statista-Auswertung 2025 stieg die Nutzung städtischer Bürger-Apps in Hamburg gegenüber 2022 um 31 %. Am beliebtesten sind Anwendungen mit einer direkten Rückmeldung, Fortschrittsbalken, Ranglisten und digitalen Abzeichen für besondere Erfolge.

Damit beweist die Stadt, dass die Integration von spielerischen Ansätzen das Engagement der Bürger fördern können. Wer Punkte sammelt, verändert Verhalten und schafft Bewusstsein.